Cover_Erkül_Bwaroo_RuthmFuchs

Liebe Ruth, vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar!

 

Inhalt:

Der berühmte Detektiv Erkül Bwaroo wird von der Industriellenfamilie Bleibtreu engagiert. Der Besenhersteller Sebastian Bleibtreu bangt um seine Kinder – Sohn Hans und Adoptivtochter Greta. Der exzentrische Elfendetektiv macht sich mit seinem Freund und Assistenten Dr. Haystings ans Werk und bemerkt schnell, dass nicht nur die beiden Kinder verschwunden sind. Auch ein Hausmädchen verliess  plötzlich das Haus. Hängen die Fälle zusammen? Die Journalistin Maja hilft unfreiwillig als verdeckte Ermittlerin aus, in dem sie die freie Stelle des Stubenmädchens übernimmt. Können die drei gemeinsam herausfinden, was passiert ist? Der Fall wird immer verzwickter, denn plötzlich wird Greta freigelassen – dafür ist plötzlich Erkül Bwaroo nicht mehr aufzufinden…

 

Meine Meinung:

Der Autorin Ruth M. Fuchs gelingt es wieder einmal die Leser sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Der Haupterzähler ist Dr. Haystings, der gute Freund und Mitermittler von Erkül Bwaroo. Dadurch wird gleich zu Beginn klar, dass irgendetwas mit Bwaroo in der Geschichte passiert, und dass Haystings eine größere Ermittlerrolle einnehmen wird. Bwaroo selbst erscheint sofort wieder als typisch von sich selbst überzeugt. Doch so sehr er auch von seinen Fähigkeiten eingenommen ist und seine Macken präsentiert, ist es der Autorin doch gelungen den Elfendetektiv als freundlich und sympathisch zu präsentieren, man mag ihn trotz seines großen Egos und seiner Eigenheiten. Hatte ich im ersten von mir gelesenen Band „Rosen für Erkül Bwaroo“ noch ein paar Probleme mich in der Welt zurecht zu finden, in der die Geschichte spielt, war es dieses Mal überhaupt keine Schwierigkeit. Die Orte und Figuren sind so gut beschrieben, dass man gleich alles vor dem inneren Auge sieht und mit auf Verbrecherjagd gehen kann. Vielleicht half hierbei auch der „Aussenblick“ von Dr. Haystings auf die magische Welt, mit der er zwar vertraut ist, die er aber doch als „Aussenstehender“ distanzierter beschreibt. Durch seine Anmerkungen und Beschreibungen hat man sofort die verschiedenen Charaktere und Typen vor sich. 

Das Ermittlerduo Bwaroo/Haystings wird dieses Mal unterstützt von der schönen und vor allem sehr cleveren Elfe Maja, die eigentlich nur ein Interview mit Bwaroo führen soll, dabei aber aufschnappt, dass in der Industriellenfamilie Bleibtreu irgendetwas vor sich geht und sich als Stubenmädchen verdeckt einschleust und ebenfalls ermittelt. Diese Lösung ermöglicht es Ruth M. Fuchs mehr über die inneren Zustände des Bleibtreu-Haushaltes zu berichten, als die ergebenen Angestellten Bwaroo und Haystings gegenüber erzählen würden. Natürlich helfen alle Ermittlungen von Maja und Dr. Haystings zwar, aber das große Rätsel lösen kann nur Bwaroo in bewährter Manier. Die beiden bleiben also eindeutig Watson-Figuren, denen aber in diesem Fall viel Raum eingeräumt wird. Es handelt sich um einen klassischen Whodunit-Krimi, der jedoch unklassisch im magischen Land spielt, in dem vieles an unsere Welt erinnert, wo vieles aber eben auch komplett anders ist. In der humorvollen Hommage an Agatha Christi gibt es einige Anspielungen an das Märchen „Hensel und Gretel“. 

Den Titel finde ich etwas irreführend, da Bwaroo gar nicht so lange verschwunden ist und auch gar nicht wirklich gesucht wird. Als ich nur den Titel gelesen hatte, dachte ich Bwaroo ist verschwunden und Haystings muss ihn suchen. 

Mir persönlich war die Elfe Maja unglaublich sympathisch, obwohl sie eigentlich nur eine Nebenrolle ist (aber ich liebe meistens die Nebenrollen!). Ich hoffe daher, dass die aufkeimende Romanze zwischen Haystings und Maja einen gewissen Erfolg hat. Bitte, bitte!

Die Familie des Opfers ist nur vermeintlich eine Bilderbuchfamilie, überall lauern allerlei Eifersüchteleien und Abgründe unter der wunderschönen Oberfläche und die Vergangenheit hat durchaus auch Auswirkungen auf die Gegenwart. Sebastian Bleibtreu ist mir ein bisschen zu perfekt und gütig, aber so ist er natürlich eine wunderbare Gegenfigur zum Täterkreis. Eine Dame aus diesem Kreis hätte meiner Meinung nach noch ein bisschen fieser und hinterhältiger hinter ihrer biederen Fassade präsentiert werden können. 

 

Cover: Ruth M. Fuchs

Monatlicher Newsletter

Newsletter „Flaschenpost“ abonnieren

Ungefähr einmal im Monat schicke ich euch meinen Newsletter mit Rezeptideen, Büchervorschlägen und mehr