Darum geht’s:

Buchhändlerin June wird zum großen Ball des Jane-Austen-Fanclubs in ein Hotel in einem  abgelegenen Herrenhaus eingeladen. Auch Detektive Sergeant Darcy findet sich unter den Gästen und zwischen den beiden knistert es. Doch die aufkommende Romanze wird vorerst jäh unterbrochen, denn die Sponsoren des großen Balls, Cynthia Cox, bricht tot zusammen – und Darcy´s Schwester Elisabeth gilt als verdächtig.

Darcy bittet June und Pomona bei seinen privaten Ermittlungen um Hilfe…

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Wie ich auf das Buch kam

Als ich neulich meinen Blog aufgeräumt habe, bin ich auf alte Blogbeiträge gestoßen, in denen ich schon mal Bücher von Dorothea Stiller vorgestellt habe. Auch war ich mal Teil einer Blogtour, die sie zu einem ihrer Bücher gemacht hatte. Und ich wurde neugierig: was macht Doro eigentlich?

Also kurz gegoogelt und auf ihrer Website nachgelesen, dass sie inzwischen Vollzeitautorin ist. Ich habe sie auf Instagram wieder gefunden und seitdem sind wir wieder in losem Kontakt, worüber ich mich sehr freue.

Ich bin natürlich auch neugierig geworden, was sie in der letzten Zeit so geschrieben hat und bin auf ihre Cozy-Crime-Reihe rund um June gestoßen. Da ich ja ein großer Krimifan bin und auch England sehr schön finde, war klar, dass ich mal wieder ein Dorothea-Stiller-Buch lesen „muss“.

 

Mörderisches Somerset – Tod in Pemberley

Meine Wahl fiel auf „Tod in Pemberley“. Damit bin ich irgendwo mitten in der Reihe eingestiegen, was aber für den Lesefluss überhaupt kein Problem ist. Denn die Bücher sind einzeln abgeschlossene Geschichten, lediglich der Plot rund um Junes Leben wird an den Büchern entlang erzählt. Doch man kommt recht schnell rein.

Detective Sergeant Darcy kommt als eigentlich korrekter Polizist rüber, doch in dieser speziellen Situation steht Familie über Prinzipientreue und er will herausfinden, ob seine Schwester Liz wirklich schuldig ist. Für Liz steht einiges auf dem Spiel – als Ärztin hätte sie wissen müssen, dass ihr kleiner „Streich“ mit dem Selleriesaft übel ausgehen kann.

Die Lage ist also verzwickt. Als Leser:in steht man aber sofort auf Seiten Darcys und Junes, denn es gelingt der Autorin die verstorbene Cynthia Cox als richtiges Miststück darzustellen und so hat man wenig Mitleid mit ihr.

Die anderen Figuren sind alle liebevoll – und wie es sich für einen britischen Krimi gehört – auch etwas skurril gestaltet. Das Jane-Austen-Fest wird glamourös und wundervoll beschreiben.

Auch wenn sich mir persönlich diese Leidenschaft vieler Autorinnen für Jane Austen und das Recency nicht so ganz erschließt, bietet dieses Thema immer wieder wunderbare Möglichkeiten für Geschichten.

Die Täterin hatte ich lange nicht auf dem Schirm, ihr Motiv wird aber schlüssig dargestellt. Das Ende und die Auflösung kam für mich ein bisschen schnell, wenn man die ausführlich erzählte Vorgeschichte bedenkt. Junes Handlungen am Ende fand ich etwas gefährlich, aber irgendwie passt es auch zum Cozy Crime.

Die private Beziehung von Darcy und June wird hier weiterentwickelt, sodass wir gespannt sein können wie es mit den beiden weitergeht.

 

Fazit

Schön geschriebene Cozy-Crime-Geschichte mit liebevoll gezeichneten Figuren in schöner englischer Landschaft. Der Hintergrund des Jane-Austen-Fanclubs und das große Fest bieten die passende Bühne für diesen Krimi.