Komm mit nach Schottland…
Worum es geht
Ivy Ferguson reist zurück auf die Isle of Skye, der Ort ihrer Heimat, den sie nicht schnell genug verlassen konnte. Seither lebt und arbeitet sie in London als Kunsthistorikerin in der Versicherungsbranche. Ihr neuer Arbeitgeber hat einen brisanten Fall für sie: sie soll herausfinden, ob der bekannte Antiquitätenhändler Laird MacKenzie gefälschte Kunstwerke verkauft hat. Der umtriebige Kunsthändler MacKenzie hatte sich nach dem mysteriösen Tod seiner Frau in das Stammschloss der Familie zurückgezogen und lebt seitdem dort ohne viel Kontakt zur Außenwelt. Und ausgerechnet dort soll Ivy ermitteln. Da es dem Laird finanziell nicht gut geht, kommt sein Neffe Calum auf die Idee eine Expertin die Kunstwerke im Schloss schätzen zu lassen – was der Laird komplett ablehnt. Und so findet sich Ivy plötzlich undercover im Schloss wieder und soll herausfinden, ob McKenzie Dreck am Stecken hat. Die Rückkehr in ihr altes Leben gestaltet sich komplizierter als Ivy dachte, denn der Zwist mit ihrem Vater ist noch nicht beigelegt. Während die atemberaubende Landschaft der Isle of Skye Ivy zunehmend in ihren Bann schlägt und sie sich in der Kunstwelt des Laird einarbeitet, kommt ihr der sympathische Calum näher. Dabei will sie doch wieder zurück nach London, oder doch nicht?
Als sie ihre Recherchen endlich erfolgreich sind, muss Ivy entscheiden, ob sie ihrem Herz folgt oder ihrem Berufsethos…

Wie es mir gefallen hat
Wir tauchen gemeinsam mit Ivy in die Geschichte der MacKenzies, aber auch ihrer eigenen Familie ein, die über die Jahrhunderte miteinander verbunden sind. Ivy war mir sehr sympathisch und als Kunsthistorikerin liebe ich natürlich Hauptpersonen, die auch in dem Bereich tätig sind, auch wenn ich selbst nicht im Versicherungsbereich arbeite. Die atemberaubende Landschaft bietet die Bühne für die Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Einerseits begleiten wir Ivy und Calum bei ihren Recherchen. Andererseits wird die Geschichte der Crofter im 19. Jahrhundert anhand der Familie Ferguson erzählt. So gelingt es der Autorin geschickt ein dunkles Kapitel der schottischen Geschichte in die Roman-Ebene einzubinden und die Familien Ferguson und MacKenzie zu verbinden. Für mich persönlich war die Crofter-Zeitebene ein bisschen sehr ausführlich erzählt, aber sie dient auf jeden Fall zum Verständnis der Geschichte. Außerdem kann man so noch etwas über die bewegte schottische Historie erfahren.
In der heutigen Zeitebene begleiten wir Ivy bei ihrer Entwicklung von „Bloß nie wieder Skye“ bis hin zu „Was will ich eigentlich wirklich?“. Dabei wird ganz leise und sanft die Liebesgeschichte zwischen Ivy und Calum erzählt, während Ivy bei ihren Recherchen immer tiefer in die Arbeitswelt des Lairds vordringt. Sie förder dabei Dinge zutage, die der Alte am liebsten vergessen möchte und die der Familie großen Schaden bringen kann. Und so macht sich Ivy ihre Entscheidung am Ende nicht leicht. Auch wenn ich das Ende nicht verraten werde, dürfte klar sein, dass das Buch positiv endet.
Ich finde, das Buch liest sich wunderbar entspannt und ist sprachlich toll geschrieben. Man taucht richtig ein in die Handlung und begleitet Ivy bei ihrer Entwicklung. Die Geschichte ist dicht erzählt, aber so, dass man ihr gerne folgt und unbedingt wissen will wie es weitergeht. Die kleinen Ermittlungselemente wechseln sich mit der Liebesgeschichte und der Historie ab und am Ende kommen alle Stränge zusammen für ein einheitlichen und versöhnlichen Abschluss. So liebe ich Romane.
Von mir also eine ganz klare Leseempfehlung.
Buchdaten
Autorin: Constanze Wilken
Titel: Das Geheimnis von Ardmore Castle
Genre: Roman
Verlag: Goldmann
Erscheinungsjahr: Mai 2022
Auflage: 4. Auflage
ISBN: 978-3-442-49203-9

