Amalia von Flatter – Vampire tanzen nicht mit Feen (Laura Ellen Anderson)

Amalia von Flatter ist eine kleine Vampirin, die mit ihren Eltern in einer Villa von Nokturnia lebt. Ihre besten Freunde sind Flora (sie gehört zu einer seltenen Yeti-Art) und Todd (Nachwuchs-Tod) und ihr Hauskürbis Kürbinian. Amalias überkandidelte Mutter und ihr Kreuzworträtsel lösender Vater veranstalten einmal im Jahr einen Ball. Früher nahm auch der König von Nokturnia daran teil – doch seit einigen Jahren nicht mehr, denn seine Frau wurde von einer Fee getötet. So zumindest die allgemeine Meinung im Königreich. Doch für den diesjährigen Ball hat er sich gemeinsam mit seinem Sohn, Prinz Marillo angekündigt. Amalias Mutter ist aus dem Häuschen und Amalia freut sich auf einen Spielkameraden zwischen all den Erwachsenen. Bis sie Prinz Marillo in der Schule kennenlernt. Der kleine Vampir ist ein fürchterlich verwöhnter Bengel. Als Marillo ihr auch noch ihren Hauskürbis wegnimmt, schwören Amalia und ihre Freunde Rache. Doch es ist nicht alles wie es scheint…

Die Geschichte ist locker geschrieben und folgt einem roten Faden. Es gibt nur einen Handlungsstrang, sodass man gut der Geschichte folgen kann. Die Welt, in der die Freunde leben, ist konsequent durchdacht und mit sprechenden Namen versehen, sodass man immer gleich weiß wo man sich befindet. Da wir uns beim Lesen unter Nachtgeschöpfen befinden, sind die Orte natürlich auch so benannt. Die Kinder gehen in die Katakomben-Akademie, es gibt Spukhäuser und man überquert den Fluss Styx um zu Todds Familie zu kommen. Das Licht ist als Gegenwelt böse und gefährlich. Und vor Lebewesen wie Feen und Einhörner werden die Bewohner von Nokturnia von klein auf gewarnt. So geraten die Kinder auch einmal in eine brenzlige Situation mit diesen Lichtwesen. 

Marillo wird als Fiesling und Ekelpaket gezeigt, doch man merkt schnell, dass da noch mehr dahinter stecken muss. Auch Amalia erkennt bei allem Groll gegen Marillo, dass er eigentlich ein einsames Kerlchen ist. Und bei einem Besuch im Königspalast entdeckt sie dann zufällig auch das Geheimnis des Königs. So beginnt sie zu verstehen warum Marillo ist wie er ist und kann sich in ihn hineinversetzen. Es wird dann noch ein bisschen dramatisch zum Ende hin bis die drei Freunde Marillo helfen können. Ob sie sein Problem lösen können, wird dann in einem weiteren Band erzählt werden. 

Etwas bemüht fand ich die liebevoll gemeinten Kosenamen, die sich die Nachtwesen um die Ohren hauen. Natürlich können sie nicht von „Liebling“ sprechen, aber permanent von „grauseliges Gnomgesicht“ und ähnlichem zu lesen, fand ich etwas anstrengend. Auch die Speisen, die fast alle Alliterations-Namen haben, waren mir ein bisschen zu viel des Guten. Witzig fand ich allerdings die Idee den aktuellen Trend auf zunehmen, dass man am Ende des Buchs Rezepte der im Buch vorkommenden Gerichte anhängt. 

Meine Lieblingsfiguren waren Buh, der Geisterbutler, weil er so viel Empathie zeigt, und Todd, weil er für mich die dreidimensionalste Figur war. 

 

Das Buch ist liebevoll gestaltet mit einer Vorstellung der wichtigsten Figuren am Anfang und einer detaillierten Landkarte der Welt. Jede Seite ist einzigartig gezeichnet und enthält zusätzliche Informationen. Die Seiten sind sehr dünn für ein Kinderbuch. Das Schriftbild ist gut zu lesen und die Schrift recht groß, so können auch Leseanfänger der Geschichte gut folgen. Vorgesehen ist das Buch ab 8 Jahren, ich denke ich hätte es sicher gern als Kind gelesen. Sofern sich Kinder also nicht vor Nachtwesen fürchten, ist es eine niedliche Geschichte über Freundschaft, Anderssein, Angst und Mut und wie man neue Freunde findet.