Zu Tisch!: Dünnele essen im Kranz in Liggeringen

Eine neue Runde „Zu Tisch!“ gibt´s heute. Ganz spontan, weil ich gestern zum Geburtstagsnachfeiern im „Kranz“ in Liggeringen war. Hier unten rund um Konstanz ist der „Kranzinliggeringen“ ein Synonym für „Dünneleessen“.

Achso, ihr wisst nicht, was Dünnele ist? Vielleicht kennt ihr diese Speise unter den Begriffen „Dennete“, „Dinne“ oder auch „Wähe“ (wobei bei uns am See Wähe schon wieder was anderes ist). Ein Dünnele ist eine Art Flammkuchen und ein Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Küche. Im Herbst, wenn´s Most gibt, dann gibt´s auch Dünnele. Im Kranz gibt´s die Dünnele allerdings das ganze Jahr.


Man stellt einen Teig her, wellt ihn ganz dünn aus und belegt ihn herzhaft und zuletzt süß. Man trifft sich in der Wirtschaft und isst dann das Menu, das aus mehreren Gängen Dünnele besteht. Die erste Runde ist z.B. mit Käse, jeder nimmt sich ein Stück, man sitzt nett zusammen, trinkt und plaudert und schon kommt der zweite Gang. Dünnele mit Speck oder Zwiebeln oder Spinat oder Pfeffer. Und so geht es weiter. Eigentlich kann man auf´s Dünnele fast alles legen, was einem schmeckt. Der letzte Gang ist aber immer ein süßer, meist Äpfel mit Zimt und Zucker.
Solltet ihr also mal im Herbst hier in der Gegend sein, dann geht auf die Suche nach Dünnele.

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Mein Problem ist natürlich der Teig, weshalb ich schon seit vielen Jahren nicht mehr Dünnele essen war, sondern es höchstens selbst gemacht hab. Vielleicht zeig ich euch demnächst mal noch ein Rezept.
Als aber das Geburtstagskind mit Dünnele ihren Geburtstag feiern wollte, habe ich flugs mal das Restaurant angeschrieben, ob sie mir auch Salat oder ähnliches zubereiten würden, während alle anderen am Tisch Dünnele essen würden. Völlig überrascht war ich dann von der Antwort, dass sie mir selbstverständlich einen glutenfreien Teig zubereiten würden, wenn ich ihnen rechtzeitig einige Tage vorher Bescheid geben würde. Gesagt, getan.

Duennele_Kranz_Liggeringen_Glutenfrei_Gruessevomsee_zutisch
Sorry für die schlechte Qualität, aber ganz ohne Foto is ja auch doof

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Da es in Deutschland irgendwie noch nicht so wirklich üblich ist, war ich skeptisch, ob meine Bestellung auch klappt, aber es klappte alles! Und es war superlecker.
Ich hab den Dünneleteller genommen, wo man bis zu vier verschiedene Beläge wählen kann. Ich wählte Käse (leckerer Bergkäse), Speck und Apfel. Der Teig war aus Buchweizenmehl und hat toll geschmeckt. Für mich persönlich ist der Dünneleteig zwar ein bisschen dünner als es ihn dort im Kranz gibt, eben eher wie Flammkuchen, aber das ist eine völlig persönliche Ansicht. Lecker war´s auch mit einem etwas dickeren Teig.

l
Es war ein wirklich netter Abend mit leckerem Essen in einem urig eingerichteten Restaurant. Wenn ihr also hier unterwegs seid und auch nen glutenfreien Teig braucht aber unbedingt mal Dünnele ausprobieren oder wieder essen wollt, dann nehmt Kontakt auf zu den Leuten vom Kranz und eurem Wunsch steht nix im Wege.
Da mir die Idee darüber zu schreiben, erst wirklich gestern beim Essen kam, gibt´s leider nur ein Handyfoto.

Alle Infos zum Restaurant findet ihr auf deren Homepage.



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