Meine Lebensmittelunverträglichkeiten

Mein Weg durch den Dschungel der Lebensmittelunverträglichkeiten begann schon vor ca. 20 Jahren (huch, wo ist die Zeit hin?!) und war ein recht verschlungener Weg. Alle meine Unverträglichkeiten habe ich selbst herausgefunden und sie sind erst hinterher medizinisch bestätigt worden. Wenn die Sprache auf meine Unverträglichkeiten kommt, dann sind die Leute immer erstmal recht schockiert, ob der eingeschränkten Möglichkeiten mich ernähren zu können. Wobei ich selbst das gar nicht so eingeschränkt sehe. Ich kann eigentlich alles essen, was ich essen will. Und auch im Restaurant gibt es immer eine Möglichkeit für mich. Zugegeben, heute ist es sehr viel einfacher als früher. Die Leute in Restaurants, Cafés und Einzelhandel sind sensibilisierter und können mit den Begriffen „laktosefrei“ und „glutenfrei“ was anfangen und man wird nicht mehr angesehen wie jemand, der eine besonders abgefahrene Diät macht. Ich hab mir noch nie viel aus Milch gemacht, mochte aber immer Joghurt und Käse. Ob das jetzt bedeutet, dass ich schon im Kindesalter laktoseintolerant war, weiß ich nicht. Aber ich kann mich nicht erinnern großes Verlangen nach Milch, Milchshake, heiße Schokolade etc. gehabt zu haben.

Süßstoffe und Laktose

Das erste Mal Probleme mit Bestandteilen im Essen hatte ich mit ca. 15 Jahren als ich bemerkte, dass ich auf Süßstoffe in Produkten wie z.B. Ketchup mit Durchfall reagierte. Gut, dann halt ohne Süßstoffe. Ungefähr zur selben Zeit bemerkte ich auch, dass ich Schwierigkeiten mit der Laktose bekam. Vor knapp 20 Jahren war das noch eine Verkomplizierung meines Lebens. Mir blieb nach einigen Experimenten mit Milchersatzprodukten wie Dinkelmilch oder Sojamilch nicht viel anderes übrig als Laktose wegzulassen oder mit den Folgen zu leben. Mit der Zeit kamen dann die laktosefreien Produkte in die Supermärkte und es wurde einfacher. Wobei ich auch heute noch kein allzu großer Milchfan bin, Milchprodukten wie Joghurt und Käse bin ich aber nicht abgeneigt.

Gluten

In der Zeit kurz vor dem Abi merkte ich, dass ich wieder vermehrt Magen-Darm-Probleme hatte, obwohl ich so gut wie keine Laktose mehr zu mir nahm. Natürlich wurde gleich verständnisvoll genickt, jaja, das Abi rückt näher und bei manchen schlägt das auf den Magen. Leider falsch. Ich merkte schnell, dass es aber nicht am bevorstehenden Abi lag. Auch nicht daran, dass ich eine etwas schwierige Klasse hatte oder freiwillig die 12. Klasse wiederholte nach einigen Querelen mit einem Lehrer. Also spielte ich mal wieder Körperdetektiv und stellte fest, es hängt mit Getreideprodukten zusammen. Am schlimmsten war es, wenn ich Weizenprodukte gegessen habe. Den ließ ich weg und ersetzte alles durch Dinkel und ähnliche Getreidearten. Für eine Weile beruhigte sich mein Magen wieder. Als ich zum Studium nach Freiburg zog, wurde es wieder schlimmer. Wie alle Studenten lebte ich eine zeitlang von Nudeln mit Fertigsoße, Tiefkühlpizza und Brot. Als ich mich wieder aufs selber kochen verlegte, stellte ich zwei Dinge fest:  1. nach dem Genuss von Mensaessen verstärkten sich meine Probleme und 2. auf Exkursionen wurden sie meistens geringer, da ich dort auf glutenfreies Brot zurückgriff, um auf der sicheren Seite zu sein. In meinen ca. 10 Jahren in Freiburg schwankte ich immer wieder zwischen glutenfreien und glutenhaltigen Phasen. Kurz nach meinem Umzug nach Konstanz landete ich mit Herzinfarktverdacht in der Herzklinik. Der Chefarzt dort erklärte mir, dass es einen Zusammenhang zwischen Herzschwierigkeiten und Zöliakie gäbe. Zum Glück sei ich bei ihm hier falsch, denn mein Herz sei völlig in Ordnung. Ich wurde weitergereicht zur Darmspiegelung. Bei dieser ist zum Glück herausgekommen, dass ich keine Zöliakie habe. Aber mein Körper reagiert auf Gluten trotzdem mit Abwehr: die Diagnose lautet Glutensensitivität. Endlich hatte ich einen Namen, mit dem ich was anfangen konnte und über den ich was rausfinden konnte. Heute ist es kein großes Problem mehr für sich selbst glutenfrei zu kochen, wenn man Essen geht oder auf Reisen ist, dann braucht man ein bisschen Vorbereitung, aber im Großen und Ganzen kann ich ganz gut damit leben. Wobei ich natürlich den Vorteil habe, dass ich – im Gegensatz zu jemandem, der Zöliakie hat – bei geringen Mengen Gluten nicht ganz so genau hinschauen muss.

Wenn ihr also merkt, dass ihr mit bestimmten Lebensmitteln Probleme habt, dann beobachtet euch gut, aber werdet nicht hysterisch. Lasst euch nicht von anderen verunsichern, die euch irgendwas einreden wollen. Lasst alles medizinisch abklären und geht dann auf Entdeckungstour, was es alles ohne diesen Unverträglichkeitsstoff gibt. Egal ob Laktose, Gluten, Paprika oder sonst was.

Habt es schön!

Eure Ines



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