Bella Ciao – Was ich in der Spielzeit 2019/20 sehen will

Die letzte Spielzeit von Herrn Prof. Dr. Dr. Nix als Intendant des Theaters Konstanz. Damit geht eine Ära zu Ende. Für mich ist er der Intendant, den ich bewusst wahrgenommen habe. Die davor sagen mir namentlich was, aber ich verbinde nicht unbedingt Theatererinnerungen mit dieser Zeit. Ja, als Kind war ich immer im Weihnachtsmärchen, aber sonst kann ich mich nicht groß erinnern im Theater gewesen zu sein – zum Beispiel mit der Schule. 

Erst seit ich wieder in Konstanz wohne, habe ich ein Theaterabo. Insofern geht wirklich eine Ära zu Ende. Er hat Konstanz aufgemischt, war unbequem und stand zu seiner Meinung. Viele in der Konstanzer Stadtverwaltung werden froh sein, dass sie es bald mit einer neuen Intendanz zu tun haben werden. In vielerlei Hinsicht war er gut für Konstanz und das Theater (soweit man sowas von außen betrachtet sagen kann). Aber als jemand, der in Konstanz im Kulturbereich arbeitet, muss ich auch sagen, dass es auch anstrengend war in den letzten Jahren. Die Aufmerksamkeit der Medien und der Konstanzer war doch auch vielfach auf Pseudoskandale gerichtet, sodass die restliche Kultur oft ein bisschen kurz kam, weil sie eben nicht so spektakulär spielte. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Aber erstmal habe ich mich durch das Spielzeitheft für 2019/20 gelesen und mir rausgesucht, was ich mir gern anschauen möchte. 

Kasimir und Karoline (Premiere: 27.09.2019)

Regie: Christoph Nix, Zenta Haerter

Stadttheater

Kasimir und Karoline sind verlobt. Kasimir hat gerade seinen Job verloren, Karoline will hoch hinaus. In diesem Stück treffen Konsum, Vergnügungssucht, Perspektivlosigkeit, Ängste und menschliche Beziehungen aufeinander. Vor der Kulisse des ausgelassenen Oktoberfests und der heraufziehenden Nazidiktatur.

Junge Hunde (Premiere: 28.09.2019)

Regie: Oliver Vorwerk

Spiegelhalle

Der 15-jährige Menz wächst in ländlicher Gegend auf. Doch auch dort sind die schockierenden Informationen aus dem Vietnamkrieg Thema. Menz´ Fragen werden nicht wirklich beantwortet und so startet seine Revolution in der Kleinstadt. Und die Liebe tritt natürlich auch noch ins Leben von Menz. 

Betrogen (Premiere: 19.10.2019)

Regie: Neil LaBute

Werkstatt

Emma und Robert sind seit Jahren ein Paar. Doch ebenfalls seit Jahren hat Emma eine Affäre mit Jerry, dem besten Freund ihres Mannes. Obwohl Robert davon wusste, hat er die beiden nie damit konfrontiert, denn er ist Emma auch nicht treu. Das findet die jedoch erst viel später heraus. Es geht um Liebe, Vertrauen, Lüge, Wahrheit. 

Die Tage der Commune (Premiere: 08.11.2019)

Regie: Johanna Schall

Stadttheater

Im Mittelpunkt des Stücks stehen die alltäglichen Freuden, Wünsche, Sorgen und Kämpfe des sogenannten kleinen Mannes, während auf politischer Ebene die Nachwirkungen des Deutsch-Französischen Krieges zu spüren sind. Die Politik-Oberen beratschlagen über die Niederschlagung des Aufstands, während Jean und Babette und Madame Cabet ganz private Aufgaben und Beziehungen bewältigen müssen. 

Die Bremer Stadtmusikanten (Premiere: 24.11. 2019)

Stadttheater

Esel, Hund, Katze und Hahn – wer kenn sie nicht, die Bremer Stadtmusikanten. Ein Märchen, das eigentlich jeder kennt. Und trotzdem wird die Inszenierung bestimmt wieder einmal zeigen wie wandlungsfähig Märchen und ihre Inszenierung sind. 

Herzrasen (AT) (Premiere: 30.11.2019)

Regie: Johannes Nix

Stadttheater

Schlager sind eigentlich so gar nicht meine Musik. Aber es klingt, als ob es sich hierbei um einen lustigen Abend handelt. Also mal überraschen lassen, wie es wird. Herzrasen vor Spontanverliebung in die Darstellenden? Oder weil ich mich über die Schlagertexte aufrege? Wir werden sehen…

Rudi Rakete (Premiere: 01.12.2019)

Regie: Magdalene Schaefer 

Werkstatt

Rudi Raketes Abenteuer und Freunde werden bald auch nochmal Thema auf dem Blog hier sein, denn ich darf das der Inszenierung zugrunde liegende Kinderbuch von Veronika Fischer als Rezensionsexemplar lesen. Daher bin ich auf die Umsetzung als Kinderstück für Kinder ab 3 Jahren sehr gespannt. 

Zwei Tage, eine Nacht (Premiere: 17.01.2020)

Regie: Martin Nimz

Stadttheater

Eine Kollegin wird entlassen, damit die restlichen Mitarbeiter einen Bonus bekommen. So haben es die Kollegen am Freitag beschlossen. Sandra hat jetzt genau zwei Tage und eine Nacht, um mindestens 7 der 16 Kollegen umzustimmen. Wird es ihr und ihrem Mann gelingen, dass Menschlichkeit über Selbstsucht siegt?

Am Wasser (Premiere: 08.02.2020)

Spiegelhalle

Der idyllische Bodensee – plötzlich mit schwarz gefärbtem Wasser. Saliha beginnt zu grübeln. Was hat die in der schönen Bodenseelandschaft versteckte Rüstungsindustrie mit der Wasserverfärbung zu tun? Wir werden es erfahren. 

Wonderful World (AT) (Premiere: 14.02.2020)

Regie: Mark Zurmühle

Stadttheater 

Ich liebe Jazzmusik! Also ist es doch wohl klar, dass ich ein Stück sehen muss, das den Jazz und die großen Jazzmusiker zum Thema hat. Mehr muss ich dazu nicht sagen, oder?

Glückliche Tage (Premiere: 04.04.2020)

Regie: Wolfram Mehring

Spiegelhalle

Winnie steckt in einem Erdhügel fest, nur noch der Oberkörper schaut heraus. Willie liegt neben diesem Erdhügel und schläft. Auf Winnies Rufe reagiert er nur noch in Abständen. Und so erzählt Winnie vom Leben, auch als sie immer tiefer in den Hügel rutscht und nur noch ihr Kopf zu sehen ist. Klingt nach einer irre witzigen, aber zugleicht auch spannenden und traurigen Inszenierung. 

Weismann und Rotgesicht (Premiere: 18.04.2020)

Regie: Ulrich Herrmann

Werkstatt

Arnold Weismann hat seiner Frau versprochen ihre Asche nach New York zu bringen. Also macht er sich mit Asche und Tochter Ruth auf den Weg, strandet jedoch in der Prärie, wo ihr Auto gestohlen wird. Rotgesicht (ein Indianer oder einer, der einen spielt?) Ist bereit zu helfen, aber nur unter bestimmten Bedingungen. In der letzten Spielzeit gab es einen schlecht inszenierten und überflüssigen Pseudoskandal um das Stück von George Tabori. Ich hoffe, dass es diese Inszenierung nicht nötig hat so in die Schlagzeilen zu geraten. Und die Inszenierung besser ist als „Mein Kampf“, die einfach nur langweilig und grottig war. 

Der Himbeerpflücker (Premiere: 24.04.2020)

Regie: Annette Gleichmann

Stadttheater

Die Honoratioren des Dorfes Bad Bräuning sind immer noch Nazis und warten auf den aufgeschobenen Sieg. Als das Gerücht auftaucht, dass der NS-Verbrecher „Himbeerpflücker“ Hilfe zu brauchen, sehen sie es als ihre Pflicht an zu helfen. Zu diesem Zeitpunkt quartiert sich der Trickbetrüger Alexander Kerz im Ort ein. Bald merkt er, dass er für jemand anderen gehalten wird – und spielt mit. Klingt nach einer Verwechslungskomödie mit bitterbösem Hintergrund. 

Theaterschiff Atlantis (Premiere: 08.05.2020) 

Regie: Andrej Woron

Bodensee 

Was wurde über dieses Projekt diskutiert und gestritten?! Jetzt bin ich gespannt, wie es umgesetzt wird. Und wie diese Irrfahrt auf dem Bodensee aussieht, welche Geschichten erzählt werden und was Atlantis damit zu tun hat. Besonders interessant finde ich die Organisation in mehreren Häfen und oder Schiffen. Ich lass mich überraschen

Die sieben Todsünden (Premiere: 15.05.2020)

Regie: Zenta Haerter 

Stadttheater

Ein Ballett am Theater Konstanz. Das klingt schon mal sehr gut. Und die sieben Todsünden als Grundthema, das klingt spannend, verstörend und interessant. Die Persönlichkeit von Protagonistin Anna spaltet sich im Laufe ihrer Reise in eine weitere. Wie das gezeigt und umgesetzt ist, darauf bin ich gespannt. 

Hermann der Krumme oder die Erde ist rund (AT) (Premiere: 19.06.2020)

Regie: Christoph Nix, Mark Zurmühle

Münsterplatz

Also wieder der Münsterplatz. Nachdem es in dieser Spielzeit ins Zirkuszelt geht, kehrt das Theater fürs Mittelalterspektakel um den Mönch Hermann der Lahme (im Stück der Krumme) auf den Münsterplatz zurück. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Benediktinermönch Hermann, der auf der Reichenau lebte und arbeitete. Mittelalterliche Münsterfestspiele vor mittelalterlicher Ex-Kathedrale – das hat die letzten Jahre ganz gut funktioneirt, also auf ein Neues!

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