Seegeplauder mit Janina Venn-Rosky (Autorin)

Yeah, da isses wieder, mein Seegeplauder. Vor einiger Zeit hab ich da ziemlich enthusiastisch Pläne geschmiedet für diese Reihe, die damals noch „Neugierig auf…“ hieß. Dorothea Stiller und Iris Kauffmann haben mir auch bereitwillig Fragen beantwortet. Und dann kam ich irgendwie wieder ins Grübeln, die Fragen waren mir zu banal und zu zahlreich. Also habe ich mich neulich hingesetzt und die Fragen überarbeitet, das ganze von „Neugierig auf…“ umbenannt in „Seegeplauder“ und die liebe Janina Venn-Rosky angefragt, ob sie Lust hat mir ein paar Fragen zu beantworten. Und sie hatte Lust dazu! Wenn ihr wissen wollt, was sie so alles schreibt, dann schaut auf ihrer Homepage vorbei. Wenn ihr wissen wollt, wie mir ihre Bücher gefallen haben, dann guckt mal hier und hier meine Rezensionen an. Jetzt geht´s aber zu Janinas Antworten:

 

Persönliches:

Name oder Pseudonym: Janina Venn-Rosky
Geburtstag (das Jahr darf weggelassen werden ☺): 12.06.
Augenfarbe: blau
Was ist das Besondere an deinem/deinen Beruf/Berufen: Ich verbringe viel Zeit in imaginären Welten und führe im Kopf Gespräche mit meinen Romanheldinnen. Wenn ich nicht schreibe, beschäftige ich mich außerdem mit Farb- und Interiortrends und schaffe aus Farben und Emotionen eigene Welten.
Als Kind wolltest du Autorin, Tierärztin oder Sängerin werden.
Worüber kannst du lachen? Trockenen Englischen Humor, Ironie. Die alte Dame Lady Grantham aus Downton Abbey. Snape aus Harry Potter. Meine Kinder 😊
Was kannst du überhaupt nicht leiden? Stress und Zeitmangel. Tausend Dinge gleichzeitig erledigen zu müssen. Auf Dinge zu warten, auf die ich keinen Einfluss habe. Und mit Hitze komme ich auch nicht so gut zurecht. Wärmer als 25 Grad müsste es für mich eigentlich nie sein.

Interessantes:

Welche/n Romanheld/in würdest du gern mal treffen und warum? Mr. Darcy. Ich würde zu gern einmal mit ihm einen Spaziergang über die Wiesen von Pemberley machen und später dann mit ihm Tee trinken.
Welche (magische) Begabung hättest du gern? Ich würde gern fliegen können. Und die Zeit anzuhalten wäre manchmal auch sehr praktisch.
Die besten Ideen kommen mir bei/in/auf… Im Zug oder am Meer. Ich liebe es im Zug zu schreiben – zumindest, wenn man einen schönen Fensterplatz hat. Da schreibt es sich fast von ganz allein. Auch am Meer fließen die Gedanken ganz von selbst.
Wenn ich für einen Tag die Weltherrschaft innehätte, würde ich… Alle Fanatiker, seien es religiöse, moralische, patriarchalische oder politische weltweit einsammeln und auf eine große einsame Insel stecken. Da können sie sich dann gern gegenseitig das Leben schwer machen und den Rest der Menschheit in Frieden leben lassen.
Ich wäre die passende Besetzung für folgende Rolle… Elizabeth Bennet 😊

Janina Venn-Rosky: Die Fee im Absinth

Sieben Fragen an Janina Venn-Rosky:

Mit welcher deiner drei Protagonistinnen aus dem „Tea Time“ würdest du am liebsten Zeit verbringen und was würdet ihr dann machen?

Ich würde sehr gern mit Jane eine Reise nach England unternehmen, am liebsten ins bezaubernde Bath, meiner absoluten Lieblingsstadt. Dort würden wir durch die Straßen schlendern, Tee trinken, Scones essen und uns über Jane Austen und Mr. Darcy unterhalten. Ihre fantastische Berliner Wohnung würde ich auch gern einmal besuchen – wäre ja nicht so weit für mich – und dort mit ihr traumhafte Kuchen backen.

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Du gibst deine Bücher als Selfpublisherin heraus. Was sind für dich die Vorteile, was die Nachteile am Selfpublishing?

Der große Vorteil am Selfpublishing ist, dass man alles selbst in der Hand hat. Die Geschichte, die Titelfindung, die Covergestaltung, der Veröffentlichungstermin liegen alle in meiner Hand. Diese Freiheit macht unglaublich viel Spaß. Trotzdem kann man sich natürlich bei anderen Rat holen, aber die letzte Entscheidung fällt man immer selbst. Man kann natürlich auch viel schneller und flexibler veröffentlichen als über einen Verlag. Der Nachteil ist natürlich in erster Linie, dass man es schwer hat, im Buchhandel präsent zu sein. Ich verkaufe meine Bücher bisher ausschließlich übers Internet oder persönlich. Außerdem trägt man das Risiko, das sonst der Verlag trägt. Man muss die Kosten fürs Lektorat etc. vorstrecken und weiß natürlich nie, ob man die Kosten wieder hereinholt, geschweige denn einen Gewinn erzielt. Aber dennoch denke ich, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen.

Janina Venn-Rosky: Kein Tee für Mr. Darcy

In der „Tea Time“ – Reihe spielt Tee eine große Rolle. Du bist sicher auch begeisterte Teetrinkerin, oder? Welcher Tee ist deine Lieblingssorte? Verrätst du uns deinen Lieblingsteetrinkplatz in Berlin?

Ich liebe Tee. Ein Tag ohne Tee ist für mich gar nicht vorstellbar. Morgens trinke ich am liebsten grünen Tee, ganz pur. Nachmittags auch mal einen Jasmintee oder einen Oolong und abends gern Rotbuschtee oder zum Einschlafen Lavendeltee. Am Wochenende trinke ich auch einen Becher Darjeeling vor dem Aufstehen beim gemütlichen Lesen im Bett. Ich probiere aber auch gern zwischendurch immer mal neue Sorten aus. Ein spezielles Lieblingscafé habe ich eigentlich nicht. Ich mag kleine, gemütliche Cafés mit einer individuellen Einrichtung, kuscheligen Sofas, persönlicher Note. Ich liebe es aber auch manchmal in eines der mondänen großen Hotels zu gehen, die richtig klassischen englischen Afternoon Tea anbieten. Das Regent Hotel hier in Berlin ist zum Beispiel sehr schön. Aber ich trinke eigentlich tatsächlich auch sehr gern bei mir zu Hause Tee. Ich liebe es zu backen und Leute einzuladen zu Tartes und Scones und anderen Leckereien. Ein Lieblingsteegeschäft habe ich: den Berliner Teesalon. Die Besitzerin kennt sich wahnsinnig gut aus mit Tee und hat viele spannende und ausgefallene Sorten im Angebot.

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Welches Buch planst du als nächstes/wird als nächstes veröffentlicht? Kannst du schon ein bisschen verraten, worum es gehen wird?

Im Moment schreibe ich gerade am dritten und damit letzten Teil der Tea Time-Reihe. Diesmal steht die Teesalon-Besitzerin Olivia im Mittelpunkt der Geschichte. Für Olivia stellt sich die Frage, ob sie nach ihrer missglückten Ehe noch einmal ihr Herz verschenken soll oder ob sie sich lieber weiterhin ganz auf das Leben im Tea Time und mit ihren Freundinnen konzentriert. Die Geschichte führt uns wie im zweiten Teil zwischendurch auch wieder aus Berlin heraus. Es gibt ein Wiedersehen in England und auch Olivia zieht es auf einmal hinaus in die weite Welt … Mehr wird aber noch nicht verraten.

Janina Venn-Rosky: Der perfekte Kuss

Welche Vorbilder hast du beim Schreiben?

Ich liebe klassische englische und amerikanische Autoren wie William M. Thackery ( der Vanity Fair geschrieben hat) , Henry James (Portrait of a Lady) und natürlich die Bronte-Schwester wegen der herrlich düsteren Dramatik in ihren Büchern und allen voran natürlich Jane Austen. Ich liebe ihren Sprachwitz, ihre Charaktere und ihre schönen, atmosphärischen Beschreibungen. Von den zeitgenössischen Autoren mag ich Julian Fellowes (Autor u.a. von meiner Lieblingsserie Downton Abbey), für seinen Witz und seine feine Ironie, mit der er die vermeintlich feine Gesellschaft und ihren Snobismus beschreibt. Maeve Binchy bewundere ich für ihre Leichtigkeit. Man taucht sofort ab in ihre Welt und schwimmt auf einer leichten pudrigen Welle dahin. Ein Buch von ihr zu lesen ist wie ein kleines Glücksbad zu nehmen. Entspannend und ein Ausflug in eine Welt, in der sich letztlich die Dinge immer so entwickeln, wie es sein sollte.

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Hast du eine Schreibroutine? Wenn ja, wie sieht sie aus?

Ich schreibe meistens ganz klassisch an meinem Schreibtisch. Ich setze mich am liebsten gleich morgens früh an den Schreibtisch. Da ist mein Kopf noch klar und ich habe die besten Ideen. Was auf keinen Fall fehlen darf, ist ein Becher Tee dabei, der auch sehr häufig wieder aufgefüllt wird.

Janina Venn-Rosky: Liebe in Teedosen

Was rätst du Neuautoren/Neuautorinnen?

So viel schreiben wie möglich, Kontakt zu anderen Autoren aufbauen, sich vernetzen. Sich im Internet informieren, andere Leute die Texte lesen lassen. Und einfach weitermachen, auch wenn sich nicht gleich beim ersten Buch der große Erfolg einstellt. Es ist okay, Fehler zu machen. Daraus kann man nur lernen. Und nie den Spaß am Schreiben verlieren, denn der ist doch das Wichtigste an der ganzen Sache.

 

Liebe Janina, vielen lieben Dank für deine spannenden Antworten! Viel Erfolg weiterhin, jetzt bin ich noch neugieriger auf den 3. Teil der Tea-Time-Reihe… Ich hoffe, dass wir uns irgendwann mal „in echt“ irgendwo treffen. 

Fotos: Alle Rechte für die Coverfotos und das Autorenfoto liegen bei Janina Venn-Rosky. Danke für die Erlaubnis die Fotos verwenden zu dürfen.



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