Ausstellungen 2017 in der Kunsthalle Karlsruhe und erste Erfahrungen auf der Art Karlsruhe

Wie ihr ja wisst, bin ich hauptberuflich Kunsthistorikerin. Auch wenn meine Schwerpunkte nicht in der Modernen und Zeitgenössischen Kunst liegen, war ich sofort dabei, als Iris von Kulturpunkt mich fragte, ob ich mit ihr zur Pressekonferenz der Kunsthalle Karlsruhe auf der art Karlsruhe fahren wollte. Die art Karlsruhe ist eine internationale Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst. Da ich noch nie auf einer Kunstmesse war und nur die Buchmesse kannte, war ich neugierig auf diese Art von Messe. Wir hatten Glück und bekamen als Blogger einen Presseausweis, sodass wir zu einem Zeitpunkt bereits reinkonnten, als nur geladene Gäste und Presse sich in den Hallen aufhielten. Erstmal schlenderten wir eine Runde durch Halle 1, wo später auch die Pressekonferenz der Kunsthalle stadtfand. Die Pressekonferenz am Stand der Kunsthalle Karlsruhe war kurz und knackig und sehr interessant. In diesem Jahr zeigt die Kunsthalle drei Ausstellungen, die sich alle unglaublich spannend anhören. Wenn es klappt, werde ich mir alle drei ansehen, wobei ich mich auf die zweite am meisten freue.

Aelbert Jacobsz. Cuyp Flusslandschaft mit melkender Frau, um 1646 © bpk/ Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Pierre Jacques Volaire Der Ausbruch des Vesuvs am 14. Mai 1771, nach 1771 © bpk/ Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Vom 18.2. bis 27.8. 2017 eröffnet die Ausstellung „Unter freiem Himmel – Landschaft sehen, lesen, hören“ Perspektiven auf Landschaft auf ganz unterschiedliche Weise. Zum einen sind da natürlich die ausgewählten Kunstwerke, zum anderen die dazu geschriebenen Texte, sodass der Betrachter und Zuhörer vielleicht einen neuen Blick auf Natur, dargestellte Natur und Erzählungen bekommt. 53 Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen haben sich zu Texten zu jeweils einem Kunstwerk inspirieren lassen. Diese Texte können als Hörstation gehört werden – allerdings muss man sich vor Ort entscheiden. Es sei denn man möchte über 7 Stunden Texte hören. Die Ausstellung lädt zu einem Streifzug durch 600 Jahre Kunstgeschichte ein.

Cornelia Funke Saum des Himmels, 2016 © Cornelia Funke

In „Cornelia Funke – Zauberwelten“ präsentiert die Junge Kunsthalle der Staatlichen Kunsthalle vom 18. März bis 27. August Einblicke in die Arbeitsweise und das Werk der bekanntesten deutschen Kinderbuchautorin Cornelia Funke, die als gelernte Illustratorin ihre Geschichten selbst bebildert. Sie geht beim Schreiben immer von der Illustration aus, hier setzt sie Figuren und Welten zeichnerisch um, bevor sie sie dann in Worte fasst. Als in Malibu lebende Weltenbürgerin zeigt sie in ihren Geschichtswelten auch immer wieder Bezüge zu unserer Realität auf. In der Ausstellung werden die Stationen ihrer Arbeitsweise sowie Originalskizzenbücher gezeigt, in denen sie auch recht private Gedanken notiert. Außerdem zeigt die Ausstellung noch nicht gezeigte Figuren aus Werken, die noch nicht veröffentlicht sind.

Cornelia Funke Reckless, Textillustration © Cornelia Funke

Da viele ihrer Bücher schon länger auf meiner Leseliste stehen und ich diese Arbeitsweise vom Bild ausgehend eine Geschichte zu entwickeln als Kunsthistorikerin sehr spannend finde, freue ich mich schon sehr auf diese Ausstellung.

Paul Cézanne Montagne Sainte-Victoire, 1890-1895 © Scottish National Gallery, Edinburgh

Die dritte Ausstellung in diesem Jahr widmet sich dem Maler Cézanne, der schon viele Male Mittelpunkt von Ausstellungen war. Die Kunsthalle versucht in der Ausstellung einen anderen Ansatz und möchte die Veränderungen im Werk von Cézanne und in seiner Arbeitsweise aufzeigen. Die „Cézanne – Metamorphosen“ betitelte und vom 28.10.2017 bis 11.2.2018 gezeigte Schau nimmt die Skizzenzeichnungen als Ausgangspunkt und zeigt die Vielschichtigkeit von Cézannes Werk auf. Auf den Ansatz bin ich sehr gespannt, die Ausführungen auf der Pressekonferenz haben auf jeden Fall mein Interesse geweckt.

Paul Cézanne Jacke auf einem Hocker, 1890-1892 © Privatsammlung

Mein Besuch auf der art Karlsruhe war sehr interessant, da ich gerne auch Leute beobachte und auf dieser Messe doch auch sehr spezielle Menschen unterwegs sind. Viele Kunstwerke haben mir sehr gut gefallen, bei vielem dachte ich mir, „gib mir Farbe und eine Leinwand, das mach ich auch“. Trotzdem lohnt sich ein Besuch der art Karlsruhe meiner Meinung nach für alle, die sich für Moderne und Zeitgenössische Kunst interessieren, mal einen Einblick in die Vielfalt der aktuellen Kunst bekommen wollen oder einfach mal schnuppern wollen wie sie so ist die Messeluft.

Total witzig fand ich die Pflanzdose mit Lavendelsamen, die sich in der Pressetüte befand. Solche Werbemittel liebe ich ja und bin schon gespannt, ob der Lavendel auch blühen wird wie auf Cézannes Bildern gezeigt.

 

Vielen Dank an die Kunsthalle Karlsruhe für die Verwendung der Pressefotos. Alle verwendeten Bilder habe ich der Pressemappe der Kunsthalle entnommen. Sie dürfen nur im Zusammenhang mit den jeweiligen Ausstellungen verwendet werden.



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