Kino: Die Gärtnerin von Versailles

Bei einem Gewinnspiel bei Westwing hab ich zwei Freikarten für den Film „Die Gärtnerin von Versailles“ gewonnen. Also sind die M. und ich mal wieder ins Kino gegangen.

Wir springen also jetzt ins Frankreich des 17. Jahrhunderts und befinden uns am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Er lässt gerade Schloss Versailles bauen und möchte einen bombastischen Garten haben, der alles bisher Dagewesene übertrifft. Dazu beauftragt er seinen obersten Gartenbaumeister André LeNotre. Der wiederum veranstaltet einen kleinen Wettbewerb, bei dem auch die Landschaftsgärtnerin Sabine de Barra teilnimmt. Ihre Pläne sind ein wenig unkonventionell, aber trotzdem wird sie engagiert einen Teil der Gärten, nämlich eine Art Amphitheater mit Wasserspielen, zu bauen.

Die schöne, selbstständige Frau ist natürlich nicht nur LeNotres eifersüchtiger Ehefrau ein Dorn im Auge, sie muss sich auch gegen Intrigen am Hofe durchsetzen. Und natürlich kommen sich André und Sabine näher als es Auftraggeber und Auftragnehmerin kommen sollten…

Die Gärtnerin von Versailles
© diegaertnerinvonversailles.de

Es ist ein schöner, langsam erzählter Film mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen. Während der Film zwischendurch mal ein bisschen stagniert und die Beziehung zwischen André und Sabine erst sehr langsam sich aufbaut, ging mir das Ende dann ein bisschen schnell. Plötzlich stellt sich Sabine ihrer Vergangenheit und André kann sie mit einem Satz überzeugen, dass ihre Schuldgefühle völlig unbegründet sind. Das fand ich ein bisschen unglaubwürdig, da sie bis dahin sehr unter dem Tod ihres Mannes und vorallem ihrer Tochter leidet. Viele Figuren bleiben natürlich ein bisschen oberflächlich, weil sich eigentlich alles zwischen Sabine, André und dem König abspielt.

Toll gespielt waren der Bruders des Königs, der Herzog von Orléans, und seine deutsche Frau (gespielt von Paula Paul). Die schaupielerisch genialste Leistung lieferte aber Alan Rickman als König Ludwig ab. Wie von ihm bekannt konnte er allein durch seine großartige Mimik den König lebendig darstellen. Er präsentierte ihn nicht als arroganten, überheblichen und großkotzigen König, wie man Ludwig sonst gern wahrnimmt, sondern als besorgten, einsamen Mann, der unter seiner Einsamkeit sehr leidet. Meine Lieblingsszene ist die als Sabine und der König in einer kleinen Baumschule aufeinandertreffen und sie ihn zuerst nicht erkennt, da er keine auffällige Perrücke trägt.

Kate Winslet spielte die Sabine de Barra sehr eindrücklich, aber trotzdem blieb die Figur für mich ein bisschen oberflächlich und ich wurde irgendwie nicht völlig warm mit ihr. André hätte für meinen Geschmack auch ein bisschen durchsetzungsfähiger sein können.

Alles in allem aber ein schöner Film, der durch seine Ruhe und Mehrschichtigkeit besticht und vorallem von den wunderschönen Landschaftsaufnahmen lebt.

Er beschert einem auf jeden Fall einen netten Kinoabend mit den Mädels.

 



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