Der Unterschied zwischen Vorsätzen und Jahresziele und warum dich Jahresziele weiterbringen

Jetzt ploppen sie wieder überall auf, die guten Vorsätze. Pünktlich zum Jahreswechsel sind alle dabei sich zu optimieren. Die Standardvorsätze fürs neue Jahr sind meist „mehr Sport machen“, „abnehmen“ etc. Meistens starten alle supermotiviert und nach einigen Wochen oder vielleicht schon Tagen lässt die Motivation dann nach und man gibt die guten Vorsätze wieder auf. Warum? Weil die Vorsätze meistens zu unkonkret sind. „Mehr Sport machen“, was ist das genau? Jede Woche einmal laufen gehen? Oder jeden Tag Squash spielen? 

Ich habe die Vorsätze schon vor Jahrzehnten (ja ja, so alt bin ich schon, dass ich in Jahrzehnten rechnen kann) aufgegeben. Selbstverständlich dachte ich als Teenie, dass ich auch solche Vorsätze brauche – hatten ja alle. Und auch wenn es da noch kein Internet gab, verglichen hat man sich ja doch miteinander. Und da sich alle am Anfang des Jahres etwas vornahmen, dachte ich, ich bräuchte auch Vorsätze. Und was passierte? Ich war ziemlich schnell frustriert, denn ich hab sie nicht erreicht. Ich dachte, dass alle anderen zielstrebiger und besser sind und ich überhaupt nichts auf die Reihe kriege. Mal davon abgesehen, dass die anderen vermutlich nur ihre Erfolge besser verkaufen konnten, hatten sicher viele andere ihre Vorsätze auch über Board geworfen. Sie gaben es nur nicht zu. 

Mir wurde dann schnell klar, dass es erstens für Veränderungen im Leben kein bestimmtes Datum wie den Jahreswechsel braucht, sondern dass man immer damit anfangen sollte, wenn man das Gefühl hat, dass man etwas ändern sollte. Und zweitens, dass man mit konkreten Zielen weiterkommt als mit Vorsätzen. Vor allem während des Studiums habe ich sehr viel geplant und mit Zielen gearbeitet – ich habe trotzdem relativ lange studiert, weil es mir Spaß gemacht und meine Neugier befriedigt hat. Und weil ich gerne lerne. 

Zwischendurch ging mir die Zielstrebigkeit mal ein bisschen verloren, aber seit ich mich bewusst mit meiner Freiberuflichkeit auseinandersetze und diese ausbauen will, setze ich mir wieder genaue Jahresziele (die sich übrigens im Laufe des Jahres auch ändern können – nichts ist in Stein gemeisselt). Diese teile ich dann in Quartalsziele auf. Von dort wandern sie in die einzelnen Monate des Quartals und von dort auf die Wochen. So werden die großen Ziele, die einem vielleicht Angst machen, weil sie so riesig sind und man nicht weiß wo man anfängt, kleiner und machbarer. Natürlich klappt nicht immer alles, und das ist auch ok. Manchmal kommen auch neue Ziele hinzu, das ist auch ok. Leben ist Veränderung. 

Aber mit konkreten Zielen kann ich Schritt für Schritt Dinge umsetzen. Wie genau ich das mache, werde ich in einem weiteren Blogpost noch eingehen, vielleicht kannst du daraus auch für dich den einen oder anderen Planungsschritt herausnehmen. Ein System funktioniert ja nicht immer für alle gleich.