Das Amulett des Trebeta – oder wie Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlug (Marie Gräff)*

Liebe Marie, vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Inhalt:

Willy lebt mit seiner einsamen Mutter und der alten Großmutter in einem Dorf in der Eifel und trifft an einem kalten Februarmorgen im Hungerwinter 1816/17 beim Eichelnsammeln auf Helene – dumm nur, dass sie ein Geist ist und eine Mission hat. Sie muss zurück nach Trier, denn sie möchte nicht mehr tot sein. Ein Durchreisender gab ihr den Tipp, dass es in Trier einen Menschen gibt, der ihr helfen könne – sie müsse nur jemanden finden, der sie sehen und sie nach Trier begleiten kann. Dieser Jemand ist Willy, wie sich herausstellt. Für ihn eröffnet sich eine neue Perspektive der Enge seines Dorfes zu entkommen und seinen Vater zu finden. Also machen sich Willy und Helene auf den Weg nach Trier, um das größte Abenteuer ihres Lebens zu bestehen. Denn die Personen und Geister, die sie dort treffen, scheinen alle ihre eigenen Pläne mit Willy zu haben. Als Willy ein geheimnisvolles Amulett in die Hände fallt, entfesselt er dessen Macht und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Kommentiert von niemand geringerem als Gott höchstpersönlich…

Meine Meinung:

Als erstes möchte ich Marie danken, dass dieses Rezensionsexemplar meinen Namen trägt. Mir ist schon klar, dass das der Sicherheit dient, aber ich freue mich immer mega, wenn in den Rezensionsexemplaren drinsteht, dass es mein ganz persönliches Exemplar ist.

Die Geschichte wird aus den wechselnden Perspektiven von Willy, Helene und Gott erzählt. Das klingt erstmal ein bisschen durchgeknallt und war am Anfang etwas ungewohnt, da Gott einen direkt anspricht. Diese Erählweise hat aber was und ich konnte der Geschichte schnell folgen. Ich wollte unbedingt wissen, was Helene mit Gott gewettet hat und wie es ausgeht. Willy ist manchmal etwas naiv, aber ein netter und hilfsbereiter Mensch und bei weitem nicht so trottelig wie die anderen ihn wahrnehmen. Helene, die manchmal etwas zickig rüberkommt, ist ebenfalls eine sympathische Figur. Meine Lieblingsfigur war mal wieder eine Nebenfigur, der kleine Pegasus Balduin. Der ist ja sowas von niedlich und tapfer. Auch gut gefallen haben mir die Kardinaltugenden als streitende Brunnenfigurschwestern.

Der Autorin gelingt es sehr eindringlich den Hunger und die Zeit, das Leben im mittelalterlichen Trier zu beschreiben. Man hat fast das Gefühl mit einem kleinen Reiseführer durch die Stadt zu laufen.

Die Grundidee der Geschichte fand ich witzig und originell, den Geistertheorien konnte ich nicht immer ganz folgen (ich hab bisher aber auch kaum Geistergeschichten gelesen). Die Mischung aus Mythen, Fantasy und Fakten ist toll gelungen, auch wenn ich es manchmal etwas knifflig fand in dieser besonderen Welt zurechtzukommen. Die Einsichten in Gottes Gedanken fand ich sehr erheiternd.

Am Ende, dem eigentlichen Showdown, wurde es mir ein bisschen zu langatmig. Da habe ich einige Seiten nur überflogen, weil für mich persönlich gar nichts spannendes passierte. Das Ende in der Eifel fand ich dann aber sehr süß und obwohl ich es mir schon dachte, dass es so endet, war es schön zu wissen, dass es ein positives Ende gibt. Tja, die Grundaussage ist dann wohl, dass Gott in diesem Buch ein Spieler ist, sich manchmal ein bisschen langweilt und sehr wohlwollend, aber auch manchmal kopfschüttelnd auf uns Menschen hinunterschaut. Und natürlich, dass sich alles um die Liebe dreht. Obwohl die Beziehung zwischen Willy und Helene das gesamte Buch über eher freundschaftlich war und eine Liebesbeziehung für mich nicht so offensichtlich dargestellt wurde.

 

Cover:

Der schwarze Hintergrund zeigt eine Häuserfront im Hintergrund, die sowohl Willys Dorf als auch Trier sein könnte. Im Vorgergrund sieht man ein Maske umgeben von einem 8-zackigen Stern, der wiederum in einen brennenden Kreis eingeschrieben ist. Der Titel legt sich oben und unten um den Kreis. Das Amulett erinnert mich ein bisschen an die Bocca della verità in Rom.

 

Cover: Schwellentroll (Homepage der Autorin)

 

Buchdaten:

Autor/in: Marie Gräff

Titel: Das Amulett des Trebeta – oder wie Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlug

Genre: Fantasy

Verlag: Selfpublishing

Seitenzahl: ebook

Erscheinungstermin: 2017

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